HPV-Impfung

Veröffentlicht am 26. Mai 2018, von Heide Fischer

Der Einführung der Impfung gingen jahrelange Forschungen um den Zusammenhang zwischen den so genannten Human-Papilloma-Viren und der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs voraus. Vor der Einführung des vorsorglichen Abstriches 1971 war dies die häufigste Krebsart bei Frauen. Heute liegt diese Erkrankung dank Früherkennung, verbessertem Hygiene- und Lebensstandard auf Platz 12. Es werden 70% aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs mit einer lang andauernden Infektion mit Hochrisiko-Papillomaviren in Verbindung gebracht. Von diesen gibt es rund 14 verschiedene Arten, die HPV-Typen 16 und 18 sind dabei besonders im Visier.

Empfehlung für junge Frauen und Männer

Mehr als die Hälfte aller Frauen durchläuft im Laufe ihres Lebens eine solche Infektion. Aber Viren kommen und gehen, je nachdem, wie das Immunsystem damit umgehen kann. Nur in wenigen Fällen, nach jahrelanger Dauerentzündung und mit ziemlicher Sicherheit nur im Zusammenhang mit weiteren Faktoren entwickelt sich eine Krebserkrankung. Da die Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgen sollte, geht seit 2005 in der Schweiz (Ende 2006 in Deutschland) die Empfehlung an Mädchen zwischen 11 und 14 (und ihre besorgten Mütter), seit 2015 in der Schweiz auch an Jungen und junge Männer zwischen 11 und 26, sich den Impfschutz mit drei in Abständen verabreichten Spritzen geben zu lassen. Das Präparat Gardasil impft neben HPV 16 und 18 auch zwei Niedrigrisikoviren mit, die bei beiden Geschlechtern Genitalwarzen verursachen können.

Unklarheiten

Die Akzeptanz der Impfung liegt in Deutschland bei 40 %, was sicher auch damit zusammenhängt, dass z. T. schwere Nebenwirkungen auftreten können und die Dauer des Impfschutzes noch völlig unklar ist. Nach 10 Jahren Impferfahrung ist zwar die Anzahl leichter Zellveränderungen zurückgegangen, die Krebsstatistik ist jedoch unverändert und man hat festgestellt, dass andere Hochrisikoviren nun gehäufter auftreten. Dies führte nicht zum Überdenken der Effektivität der Impfung, sondern zur Entwicklung eines neuen Impfstoffes Gardasil 9, der weitere Viren einschließt und 2016 in Europa auf den Markt kommt.
Die Bedenken der Gesellschaft anthroposophischer Ärzte Deutschland, die diese in ihrem kostenlosen HPV-Merkblatt (herunterladbar unter www.gaed.de) schon 2009 äußerte, dass bei einer Impfung nur andere Virentypen in den Vordergrund rücken, ist eingetreten; inwieweit die Impfung Frauen wirklich vor Krebs schützt, ist nach wie vor unklar. Ohnehin sollte mit und ohne Impfung eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung wahrgenommen werden. Ganzheitliche Mediziner empfehlen neben dem Abstrich vom Gebärmutterhals eine Kolposkopie (Untersuchung mit der Lupe) durchführen zu lassen. Eine Testung auf HP-Viren macht erst nach einem auffälligen Ergebnis einen Sinn. Zellveränderungen (Dysplasien) am Muttermund sind in vielen Fällen naturheilkundlich gut behandelbar. Fragen Sie in Frauengesundheitszentren und ganzheitlichen Frauenpraxen nach.

Vor dem Hintergrund all dieser offenen Fragen möchte ich junge Mädchen vor allem ermutigen, einen gesunden Lebensstil zu pflegen, verantwortlich mit ihrer Sexualität umzugehen und sich vor Infektionen zu schützen. Die HPV-Impfung umfasst bislang nur 2 von 14 HPV-Typen und nur eine von vielen sexuell übertragbaren Erkrankungen.

Ich wünsche Ihnen und mir einen wachen, kritischen Umgang mit den Segen der modernen Medizin und nichtsdestotrotz viel frühlingshafte Leichtigkeit.

Herzliche Grüße, Heide Fischer

 

Heide Fischer

Geboren 1954, Mitbegründerin des Frauengesundheitszentrums IFF (Information für Frauen) in Heidelberg 1978.

Ärztin seit 1980.
Mutter eines Sohnes seit 1986.

Mitarbeiterin des Frauen- und Mädchen Gesundheitszentrums Freiburg 1990-98.

In eigener Praxis seit 1998 lebe und arbeite ich in Freiburg im Breisgau.

Und mein Anliegen... Schon während meines Studiums in Heidelberg interessierten mich die Naturheilkunde, das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele sowie die spezifischen gesundheitlichen Belange von Frauen.

Ganzheitliche Frauenheilkunde umfasst neben der Schulmedizin auch naturheilkundliche Methoden, ein psycho-somatisches Verständnis von Krankheitsentstehung und Heilung, sowie das Wissen um Eigenverantwortung und Selbstheilung.
Die Entdeckung der inneren Bilder als Quelle der Selbsterkenntnis und Selbstheilung eröffnete mir einen kreativen Umgang mit Gesundheit und persönlicher Entfaltung.

Es macht mir Freude, mein Wissen und meine Erfahrung zur Verfügung zu stellen und Frauen in ihren Heilungs- und Entfaltungsprozessen zu begleiten.

Vorträge, Seminare und Fortbildungen, viele Fachartikel und nicht zuletzt meine BücherFrauenheilbuch (2004), Frauenheilpflanzen (2006) und Körperweisheit (2009) sollen mein Anliegen einem größeren Publikum zugänglich machen.

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